Schloss Zeil

Rundgang 4

Kirche

Die Kirche und das (Kloster-)Stift wurden von einheimischen Meistern nach Vorgaben des Bauherrn fertiggestellt und 1612 eingeweiht. Eine Unterkirche aus schweren, noch spitzbogigen Gewölben, dient als Gruft. Vom Hochchor für den Gottesdienst der Stiftsherren sind aus alter Zeit nur noch das Renaissancechorgestühl von Jakob Bendel aus Waldsee, eine eindrucksvolle Trinitätsdarstellung und einen Auferstehungschristus übrig geblieben. Auch die silberne Ampel für das Ewige Licht und einiges Kirchengerät stammt noch vom Erbauer.

Der erste Umbau erfolgte im Barockstil vor 1740; er wurde kaum 25 Jahre später schon wieder abgelöst durch eine vollständige Erneuerung im Sinne des Klassizismus. Die barocken Seitenaltäre blieben bestehen. Josef Anton Feuchtmayer aus Mimmenhausen, ein großer Barockkünstler der Wessobrunner Schule, schuf hier 1764 mit Pius Dirr sein letztes Werk. Die Kanzel aus dem Jahr 1784 stammt von Hegenauer, der früher nur als "Meister von Friesenhofen" bekannt war. Deckenfresken wurden vom Isnyer Künstler Dyk gemalt. 1852 stürzte das Deckengemälde im Schiff großenteils ab und wurde 1867 von Schabet aus Wurzach ersetzt. 1885 wurde die Kirche der Zeiteinstellung entsprechend neogotisiert, doch blieb der Großteil der Figuren zum Glück in der Sakristei und den umliegenden Dachböden erhalten, so dass die Kirche 1939 restauriert werden konnte.

 

Die Barock-Orgel wurde 1786 aus der Kreuzherrnkirche in Memmingen übernommen, später verschiedentlich verunstaltet, 1939/41 aber nach den alten Mensuren wiederhergestellt.

 

     

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